Kerry Blue

Der Kerry Blue Terrier

Das Heimatland des Kerry Blue Terriers ist das, durch weite grüne Hügel geprägte Irland. Über seinen Ursprung werden interessante Legenden erzählt. So zum Beispiel, dass vor langer Zeit ein Hund mit blauem Fell von einem vor der Küste Irlands gesunkenem Schiff an Land geschwommen und dieser der Urahn aller Kerries ist. Realistischer ist die Annahme, dass der Kerry Blue aus der Linie der Wheaten und der Red Irish gezüchtet wurde. Gern wird auch vermutet, dass der dem irischem Adel vorbehaltene Irish Wolfshound eingekreuzt ist. Egal was auch immer stimmen mag, der Kerry Blue Terrier besitzt auch heute noch seine ursprünglichen Eigenschaften wie Intelligenz, Adel, Mut und Zuverlässigkeit.
In alter Literatur sind schillernde Berichte über den Kerry Blue nachzulesen. Unter anderem über die Jagd auf Dachs, Fuchs und Otter, zum Hüten von Herden und bewachen von Haus und Hof. Im Laufe vieler Jahrzehnte wurde der Kerry Blue Terrier zu einem den heutigen Bedürfnissen des Menschen treuen Familienhund gezüchtet. Dabei sind seine ursprünglichen Eigenschaften erhalten geblieben, aber aus dem ehemals rauem Gesellen wurde ein dem Menschen besonders zugeneigter Begleiter. Er liebt es, wie die meisten Terrier, auf ausgedehnten Spaziergängen sein Temperament und seinen Bewegungsdrang zu zeigen.
Die Grafschaft "KERRY" in Irland hat dem "Blauen Terrier" , wie er vor hunderten von Jahren genannt wurde, seinen heutigen Namen gegeben. Die in Irland auch Irish Blue Terrier genannten Hunde wurden 1913 erstmals in Irland und 1922 erstmals in England auf Ausstellungen gezeigt. Von da an war der Kerry Blue Terrier eine anerkannte Rasse, die seit 1928 auch in Deutschland gezüchtet wird.
Der Kerry Blue Terrier ist eine stattliche gut proroportionierte Gesamterscheinung und soll folgende typische Merkmale besitzen:
Der Kopf ist schlank aber kräftig und erhält durch nicht zu grosse , nach vorne getragene Ohren und die mittelgrossen dunklen Augen einen edlen Ausdruck. Das kräftige Scherengebiss mit seinen grossen weissen Zähnen verschafft Respekt. Das weiche, üppig- wellige Haar wird von einem gut aufgerippten Körper und muskulösen Gliedmassen getragen. Seine Farbe ist blau in jeder Schattierung. An der Unterseite des mässig langen, eleganten Halses ist das Haar kurz, am Körper etwas länger und an den Vorder- und Hinterläufen mittellang. Die Grösse des Kerry Blue ist 44,5-49,5 cm, sein Gewicht 14-18 kg (Hündinnen jeweils im unteren Bereich). Die kompletten Merkmale sind im Rassestandard des FCI festgelegt.
Aufgrund seines hervorragenden Erscheinungsbildes gilt der Kerry Blue Terrier auch als "Blauer Kavalier" unter den Terriern und ist überall, wo er sich zeigt, der Blickfang für alle die jeder Kreatur mit Achtung und Bewunderung begegnen.
Gunter Spillmann


Beachtenswertes vor dem Erwerb eines Kerry-Blue-Terriers

Bei den nachfolgenden Ausführungen gehe ich davon aus, daß die Entscheidung für einen Kerry-Blue-Terrier bereits gefallen ist. Der Kerry-Blue-Terrier ist in der Regel ein temperamentvoller, aber trotzdem äußerst sensibler, treuer Begleiter, der bei längerem Zusammensein mit seiner Familie sich mehr, als bei anderen Rassen üblich oder bekannt, zu dieser hingezogen fühlt. Deshalb ist es für den Interessenten äußerst wichtig, wo er seinen Keny-Blue-Terrier erwirbt. Zunächst sollte er das nähere Umfeld der ausgewählten in Augenschein nehmen, welches sehr wesentlich für die erste Prägephase des heranwachsenden Welpen ist. Um auf den Charakter seines Kerry's gezielten Einfluß nehmen zu können, sollte er folgende Regeln beachten:
Das Wesen und der Zustand der Mutterhündin.
Der Interessent sollte sich zunächst die Mutterhündin ansehen, um sich von ihrem Wesen einen Eindruck zu verschaffen, wobei wichtig ist, daß der Züchter zu diesem Tier eine äußerst innige Beziehung hat. Die Mutterhündin sollte alle Voraussetzungen erfüllen, die der Käufer selbst von seinem späteren Hund erwartet. Der soziale Kontakt zwischen Mensch und Kerry-Welpe wird zunächst über die Hündin vermittelt und anschließend vom Züchter und späteren Besitzer übernommen. Besteht ein enger Kontakt zwischen der Hündin und dem Züchter, lernen die Welpen den vertrauensvollen Umgang mit dem Menschen. Ist das Verhältnis getrübt, wird die erste mögliche Kontaktnahme zwischen Welpe und Mensch ungunstig beeinflußt, was sich äußerst negativ auf das Wesen des späteren erwachsenen Kerry's auswirkt.
Beziehung zwischen Muttertier und Welpe
Die Mutter sollte bis zur Abgabe jederzeit mit den Welpen oder Jungtieren zusammen sein können. Gerade beim Kerry-Blue-Terrrier, der äußerst anhänglich ist, sollte man dies beherzigen und sich vor allem darüber bewußt sein, daß in der ersten Phase der Mensch immer nur Ersatzmutter sein kann. Läßt man das Muttertier, beispielsweise ab der 4. Lebenswoche nur noch zum Säugen zu den Kleinen, dann richtet man einen nicht mehr gutzumachenden Schaden an. Denn gerade mit zur ersten Lernphase gehört, wenn die Mutter nicht mehr Ausreichenbd Milch produziert, dies durch leichtes Brummen oder auch mal Zähne zeigen ihren Jungen zu signalisieren. Der enge menschliche Kontakt, der von der Minute an praktiziert werden muß, ist äußerst wichtig, aber die liebevolle und gleichzeitig erzieherische Mutter, die den Welpen das Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit vermittelt, sollte man niemals, sei es auf eigenes Verlangen von ihr, von den Kleinen fern halten. Freizügigkeit für die Hündin ist dabei äußerstes Gebot.
Margit Erhart